fr. Philipp J. Wagner

fr. Philipp Johannes Wagner OP
  • Geboren 1969
  • Aufgewachsen in Brüggen
  • Ordenseintritt 1989
  • Profess 1991
  • Priesterweihe 1997
  • Novizenmeister und Ansprechpartner für Ordensinteressenten
  • Dominikanerkonvent St. Paulus
    Paulusplatz 5
    67547 Worms

 
Als Jugendlicher war ich in meiner Heimatgemeinde als Messdienergruppenleiter und in der KJG engagiert. Das trug sicher dazu bei, dass ich, als es auf das Abitur zuging, auch über einen kirchlichen Beruf nachgedacht habe. Zu dieser Zeit besuchte ich auch zum ersten Mal ein Kloster und war von der Art und Weise, wie Menschen dort zusammen lebten sehr beeindruckt und kam auf den Gedanken, dass mein Weg vielleicht in eine ähnliche Richtung führen könnte. Mir war allerdings auch sehr schnell klar, dass ich mich zu einem Leben in dieser vor allem missionarisch tätigen Gemeinschaft nicht berufen fühlte. Einige Zeit später besuchte ich eine Abtei und war wiederum sehr beeindruckt von der Lebensform. Aber so beeindruckt ich war, so klar war mir auch, dass ich mich auch zu einem Leben in einer rein kontemplativen Gemeinschaft nicht berufen fühlte.
Mehr zufällig lernte ich die Dominikaner kennen und fand hier was ich gesucht hatte: die Verbindung von kontemplativen und aktivem Leben. Darüber hinaus lernte ich bei meinem ersten Besuch in einem Dominikanerkonvent viele junge Brüder im Studium kennen, die auf mich alle einen zufriedenen Eindruck machten. Zum dritten Mal war ich sehr beeindruckt vom Ordensleben und zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass mein Weg mich in den Dominikanerorden führen könnte. So bin ich dann nach meinem Abitur 1989 in den Orden eingetreten.

Es ist nach wie vor die Verbindung von Kontemplation und Aktion, die mich besonders am Dominikanerorden begeistert. Predigt, Seelsorge und Studium gründen in der Kontemplation und sind durch sie aufeinander bezogen.
Ich bin gern Dominikaner, weil im Orden die Verbindung einer „klassischen Form“ des Ordenslebens mit einer „zeitgemäßen Theologie“ möglich ist. Probleme können offen diskutiert werden; es gibt keine Denkverbote.
Dominikaner sein bedeutet für mich, in einer Gemeinschaft zu leben, die tatsächlich miteinander auf einem Lebens- und Glaubensweg ist – trotz aller Unterschiede und selbst mit allen Spannungen, die ein Gemeinschaftsleben mit sich bringt.
Ich habe den Orden immer als Ort erfahren, der mir die Möglichkeit zur Entfaltung bietet, ohne das Gesamt der Gemeinschaft zu vernachlässigen. Dabei ist die demokratische Struktur des Ordens sicher eine große Hilfe.
Nach meinem Studium und achtjähriger Tätigkeit in der Gemeindearbeit wurde ich nach dem letzten Provinzkapitel 2004 gefragt, ob ich Verantwortung in der Formation (der Ausbildungszeit im Orden) übernehmen könnte, was ich gerne getan habe. Das Provinzkapitel 2008 hat mich zum Novizenmeister bestellt, so dass ich auch weiterhin im Bereich der Formation tätig sein werde, wenn auch mit einem anderen Schwerpunkt.

Ich hoffe, dass ich als Novizenmeister und Promotor für die Berufungspastoral das Gute, das ich im Orden erfahren habe, anderen weitergeben kann.