fr. Herbert Schlögel

fr. Herbert Schlögel OP
  • Geboren 1949
  • Ordenseintritt 1968
  • Profess 1969
  • Priesterweihe 1974
  • Lehrstuhlinhaber für Systematische Theologie
    (Moraltheologie) an der Universität Regensburg
  • Dominikanerkonvent
    St. Paulus, Paulusplatz 5
    675476 Worms

 
Bei meinem Eintritt in den Dominikanerorden hatte ich weder vor,  noch ahnte ich, dass ich einmal als Professor für Moraltheologie an der UNI landen würde. Nach Studium und Priesterweihe fand ich es völlig normal, dass ich als Kaplan – damals in Köln, St. Andreas –  mit meiner pastoralen Tätigkeit begann. Aufgrund meiner Studienleistungen ermutigten mich einige Mitbrüder, weiterzustudieren.  Dank der Unterstützung der Mitbrüder – vor allem meines späteren Priors P. Dr. Manfred Entrich und des 1985 verstorbenen P. Candidus Wiedemann  – konnte ich neben der Kaplanstätigkeit eine Promotion beginnen, die ich 1980 erfolgreich abschloss. Es lag vielleicht an der zentralen Lage von St. Andreas in Köln, dass ich nach dem ersten Papstbesuch von Johannes Paul II. in Köln – dort besuchte er u.a. das Grab des Hl. Albertus Magnus in St. Andreas – angesprochen wurde, Sekretär der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz und Referent im Sekretariat der DBK zu werden. Im Rahmen meiner Tätigkeit lernte ich verschiedene Professoren kennen, so auch den späteren Begleiter meiner Habilitation, die nun ihrerseits mich auf eine mögliche Habilitation ansprachen. Von den Anfangsüberlegungen bis zur endgültigen Freistellung – eine solche Arbeit war nun nicht mehr nebenher zu leisten – vergingen noch einige Jahre. Nach dem Ausscheiden aus dem Sekretariat der DBK hatte ich drei Jahre noch ordensinterne Aufgaben übernommen, ehe ich 1988 mich an die Fertigstellung der Habilitation machen konnte. 1991 wurde ich in Würzburg habilitiert. Während meines Studienaufenthaltes dort wohnte ich bei den Franziskaner-Minoriten, die ich seit meiner Kölner Zeit gut kannte. Habilitation ist das eine,  Professor ist man damit noch nicht. Hier müssen erst einmal Lehrstühle frei werden, dann gibt es Berufungsverfahren, denen man sich zu stellen hat.

Auf diese Punkte hinzuweisen, scheint mir deshalb wichtig, weil sie zeigen, dass ein solcher Werdegang  nicht von Anfang an geplant werden kann, und Mitbrüder – allen voran die in verantwortlicher Position – einem solchen Weg zustimmen und unterstützen müssen.

Wenn ich zu den vier „essentials“ dominikanischen Lebens – Predigt, Studium, Gebet und Gemeinschaft – zähle, dann versuche ich diese nach Maßgabe meiner Möglichkeit zu verwirklichen.  Von Anfang an war das Studium als Voraussetzung für die Predigt bei uns im Orden zentral. Menschen an der Universität auszubilden, die später als Priester, Laientheologen, Lehrer und Lehrerinnen an verschieden Schularten tätig sind, scheint mir in dieses Spektrum zu passen. Da unser Orden zwar in Regensburg eine lange Tradition hat – Dominikanerinnen sind seit 1233 ununterbrochen hier, einen Konvent gab es bis zu Säkularisation, Albertus Magnus war von 1260-1262 Bischof von Regensburg – bin ich an einem wirklich dominikanischen Ort, lebe aber im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Regensburg, dem größten katholischen Krankenhaus in Deutschland und versuche  besonders am Abend am Gebetsleben und der Eucharistiefeier der Brüder teilzunehmen. Die Arbeit eines Krankenhauses ist gerade für mein Fach, das sich mit ethischen Fragen – was soll ich tun? Wie  soll ich sein?  – aus der Perspektive des Glaubens beschäftigt, hilfreich, da ich hier mit Fragen aus dem medizinethischen Bereich immer wieder in Berührung komme. Durch den regelmäßigen Kontakt mit den Schwestern, durch die Mitarbeit im Institut für Pastoralhomiletik, in dem Schwestern und Brüder unseres Ordens zusammenarbeiten, sowie Besuchen  in Konventen, stehe ich im regelmäßigen Kontakt zum Orden.

Als Professor an der Universität zu arbeiten ist heute bei den vielen Umwälzungen auch im universitären Bereich eine herausfordernde Aufgabe, aber ich empfinde es  als lohnend, Studierende für einige Jahre auf ihrem Weg zu begleiten.