fr. Andreas J. Bordowski

fr. Andreas Bordowski OP
  • Geboren 1972
  • Aufgewachsen in Hamm
  • Ordenseintritt 1991
  • Profess 1993
  • Priesterweihe 2000
  • Direktor des Gymnasiums der Dominikaner in Vechta
  • Dominikanerkonvent St. Maria,
    Dominikanerweg 45, 49377 Vechta

Im Jahr 1991 bin ich im Alter von 19 Jahren, direkt nach dem Abitur, in das Postulat unserer Provinz Teutonia eingetreten. Zwei Jahre später legte ich die Einfache Profess ab, 1997 dann die Feierliche Profess. Theologie studierte ich in Bonn, Rom und Mainz; die Diakonenweihe empfing ich 1999, die Priesterweihe im Jahr 2000. Dann ging ich als Religionslehrer an unser Kolleg St. Thomas in Vechta. Dort unterrichtete ich drei Jahre, bevor ich 2003 ein Zweitstudium in Münster aufnahm: Geschichte auf Lehramt. Gleichzeitig begann ich eine Promotion in Kirchenrecht.

Schon als Kind faszinierte mich alles, was mit „Kirche“ zu tun hatte: Mit neun Jahren wurde ich Messdiener und begann mich bald auch in der Jugendarbeit unserer Pfarrei zu engagieren. Alles, was mir über Bibel, Kirche oder Religion in die Hände fiel, habe ich verschlungen, sei es als Buch, Zeitungsartikel oder Fernsehsendung. So wuchs in mir der Wunsch, später einmal selbst etwas in der Kirche zu „machen“.

Relativ bald war mir klar, dass ich Priester werden wollte. Aber die Frage war dann, ob als Welt- oder als Ordenspriester? Daher besuchte ich sowohl das für mich „zuständige“ Priesterseminar in Paderborn als auch verschiedene Ordensgemeinschaften.

Ich entschied mich für das Leben als Ordenspriester, da ich mir nicht vorstellen konnte als Gemeindepfarrer irgendwo allein in einer bzw. mehreren Pfarreien zu wirken, zumal das Leben einiger Pfarrer, die ich erlebte, das eines „Seelsorgsmanagers“ war, da die Priester immer weniger und die zu versorgenden Pfarreien und die anfallenden Aufgaben immer mehr wurden. Das Gemeinschaftsleben und der Vorrang der Seelsorge vor dem „Management“ waren wohl die ausschlaggebenden Argumente für das Ordensleben.

Aber welcher von den vielen Orden sollte es sein? Ich wählte vier aus, die ich besuchen und mir näher anschauen wollte: Salesianer, Missionare vom Kostbaren Blut, Benediktiner und Dominikaner.

Für die Dominikaner entschied ich mich, da sie für mich eine ideale Verbindung zwischen den alten, monastischen Orden (Benediktiner, Zisterzienser) mit ihrem Chorgebet, Gemeinschaftsleben und ihrer Tradition und den neueren Kongregationen (vor allem die Salesianer) mit ihrer seelsorglichen Arbeit darstellten: die Verbindung von contemplatio (Zeit für Gebet und Studium) und actio (Zeit für das Leben mit und für die Menschen).

Zudem faszinierte mich die Bandbreite der seelsorglichen Tätigkeiten, die ich bei den Dominikanern kennen lernte: von der Kategorialseelsorge in Krankenhaus und Gefängnis über die Arbeit in der Pfarrei bis zur Lehre an der Universität und in der Schule.

Schließlich merkte ich auch, dass es mir wichtig war und mir Freude bereitete, zu predigen, d.h. für mich, von meinem Glauben Zeugnis zu geben und andere in ihrem Glauben zu stärken bzw. in ihnen die Neugierde darauf zu wecken, sei es auf der Kanzel oder im „normalen“ Gespräch.

Sicherlich gab es in den Jahren, die ich nun im Orden bin, auch einmal Zeiten oder Situationen, die unangenehm und schmerzlich waren. Aber ich bin Gott und meinen Mitbrüdern sehr, sehr dankbar, dass ich Dominikaner bin und sein darf und ich würde es jeder Zeit wieder werden.