Katharina von Siena

1347 zu Siena als vierundzwanzigstes Kind der Färberfamilie Benincasa geboren, spürte Katharina schon als junges Mädchen den Ruf ihr Leben Gott zur Verfügung zu stellen und führte in ihrem Elternhaus trotz aller Widerstände ein zurückgezogenes Leben des kontemplativen Betens und der Entsagung. Sie unterstellte sich in einer Gruppe von Frauen des Dritten Ordens vom hl. Dominikus der geistlichen Führung durch die Predigerbrüder. Eine tiefe Glaubenserfahrung führte sie um 1370 dazu, ihr zurückgezogenes Leben aufzugeben und an die Öffentlichkeit zu gehen. Mit Erlaubnis des Ordens und des Papstes durchwanderte sie Italien, um Frieden zu stiften, zur Umkehr zu mahnen und die Reform der Kirche zu fördern. Während der Pest 1374 pflegte sie die Kranken und Sterbenden. 1376 begab sich Katharina nach Avignon und mahnte Papst Gregor XI. zur Rückkehr nach Rom. Ihre geistliche Lehre, die ihr von Gott eingegossen wurde, gab sie durch zahlreiche Briefe und den „Dialog von Gottes Vorsehung“ weiter an die geistliche Familie, die sich um sie scharte. Als das abendländische Schisma ausbrach, zog Katharina nach Rom, um ihr Leben für die Kirche hinzugeben. Sie starb am 29. April 1380. Papst Pius II. sprach sie am 29. Juni 1461 heilig. Papst Paul VI. erhob sie 1970 zur Kirchenlehrerin. Ihr Grab befindet sich in der Römischen Dominikanerkirche S. Maria sopra Minerva.