Dominikus und die Ordensgründung

Dominikus wurde um 1170 in Caleruega geboren. Nach dem Studium der Freien Künste und der Theologie trat er 1196 als junger Priester in das Domkapitel zu Osma ein. Die Kanoniker in Osma pflegten eine Lebensform, die sich mit der der Klöster vergleichen ließ. Sie lebten nach der Regel des hl. Augustinus und widmeten sich dem Studium und dem Gebet. Seelsorgliche Aufgaben oder Predigten übernahmen sie nur gelegentlich. Aus diesem beschaulichen Leben wurde Dominikus allerdings herausgerissen, als er mit seinem Bischof eine Reise Richtung Norden antreten musste. In Südfrankreich begegneten ihnen die Katharer, die als Häretiker verfolgt wurden. Sie zeichneten sich durch eine strenge Askese aus und vertraten einen strengen Dualismus, in dem Gott (als Herr der spirituellen Welt) und Satan (als Herr der materiellen Welt) sich gegenüberstehen. Auch Dominikus sah in ihrer Lehre die Wahrheit des Evangeliums verfälscht, aber beschritt einen neuen Weg zu predigen: bettelnd umherziehend wie die Katharer, aber der Wahrheit des Evangeliums und der Kirche verpflichtet. Dominikus baute auf die Predigt und den Dialog und führte so viele Menschen wieder zur Kirche zurück. Im Jahr 1216 gründete er in Toulouse eine Gemeinschaft, die sich auf die von ihm erprobte Art der Predigt widmen sollte: in evangelischer Armut die Wahrheit des Evangeliums zu verkünden. Papst Honorius III. erkannte die neu gegründete Gemeinschaft an und erteilte den Brüdern wenig später einen Predigtauftrag, der für die ganze Kirche gelten sollte. Dominikus und seine Brüder übernahmen die Augustinusregel und beschlossen Konstitutionen einer klösterlichen Lebensform, die das liturgische, asketische und kontemplative Leben regelten. Dem kontemplativen fügte Dominikus die Predigt hinzu und richtete so das Ordensleben auf dem Weg über das Studium und die Kontemplation auf die Verkündigung aus. Die neue Gemeinschaft breitete sich schnell aus. Bereits 1217 sandte Dominikus Brüder nach Paris, wenig später nach Bologna, Palencia, Montpellier und Oxford um dort Studenten für den Orden zu gewinnen. Dominikus selbst war unermüdlich unterwegs. Er besuchte die Brüder und die Schwestern, deren ersten Konvent er bereits vor 1210 für von ihm bekehrte Katharerinnen gegründet hatte. Auf den Generalkapiteln 1220 und 1221 vollendete Dominikus sein gesetzgeberisches Werk. Sein Gemeinschaftssinn zeigte sich darin, dass er bei den großen Entscheidungen vor dem gemeinsamen Beschluss der Brüder zurücktrat. Am 6. August starb Dominikus in Bologna; Papst Gregor IX sprach ihn 1234 heilig. Sein Grab befindet sich heute in der Kirche des Bologneser Konventes, die seinen Namen trägt.

Einen ausführlichen Aufsatz zur Ordensgeschichte finden sie in der Rubrik „Themen„.